IDM bei Heise: Eine souveräne medizinische KI für Europa
Laura Weiss
IDM gGmbH

Heise online hat am 24. April 2026 einen Deep-Dive zur klinischen KI-Entwicklung veröffentlicht. Titel: Kliniken entwickeln eigene Sprachmodelle. Im Gespräch mit Isabel Grünewald hat unser Geschäftsführer Nils Schweingruber erklärt, warum die IDM existiert. Und warum unser Ziel gerade nicht ist, dass jede Klinik in Deutschland ihr eigenes Sprachmodell baut.
Die eigentliche Frage
Der Heise-Titel beschreibt einen realen Status quo. Universitätskliniken bauen eigene Modelle, weil ihnen der Markt keine souveräne Alternative liefert. Das ist nachvollziehbar, aber kein Zielzustand.
Deutschland hat rund 1.900 Krankenhäuser. Niemand will eine Welt, in der jedes davon ein eigenes Sprachmodell trainiert, betreibt und zertifiziert. Das ist weder finanzierbar noch klinisch sinnvoll.
Die Frage ist also nicht, wie eine einzelne Klinik ihre eigene KI baut. Die Frage ist, wer in Europa die beste medizinische KI baut, damit alle anderen sie nutzen können.
Was wir machen
Wir bauen die beste medizinische KI für Europa. In europäischer Hand, auf europäischen Daten, in deutscher Infrastruktur. Damit Kliniken souveräne KI einsetzen können, ohne sie selbst entwickeln zu müssen, aber in der Qualität, in der sie es erwarten.
Datentechnisch. Patientendaten gehören nicht in eine US-Cloud. Punkt. Wer in Deutschland Medizin betreibt, muss in Deutschland trainieren und in Deutschland hosten können.
Fachlich. Generische Sprachmodelle verstehen kein medizinisches Fachvokabular. Die Qualität ist entscheidend. Wer auf 7 Millionen anonymisierten Patientenakten trainiert, baut etwas anderes als wer auf Reddit trainiert.
ORPHEUS: am UKE entstanden, in ganz Deutschland im Einsatz und bald in Europa
ORPHEUS läuft seit Anfang 2025 im UKE. Verfügbar für alle 15.000 Mitarbeitenden. Heute zusätzlich im produktiven Einsatz an 4 Universitätskliniken, 30+ weiteren Kliniken und 200+ ambulanten Einrichtungen. Täglich.
Das ist der Punkt, den Nils im Podcast immer wieder macht: Wir sind nicht in der Demo-Phase. Und wir sind nicht 30 nebeneinanderlaufende Insellösungen. Wir sind ein Modell, das skaliert und das alle nutzen können.
Was sonst besprochen wurde
ARGO. Unser klinischer smarter Arbeitsplatz unterstützt bei der klinischen Dokumentation, insbesondere beim Arztbrief. Also der medizinischen Zusammenfassung eines stationären Aufenthalts. Das ist die Stelle, an der heute jeden Tag Stunden ärztlicher Arbeitszeit verbrannt werden.
ISO 13485. Wir arbeiten an der Zertifizierung als Medizinproduktehersteller. Voraussetzung dafür, dass unsere Modelle offiziell in der Patientenversorgung eingesetzt werden dürfen. Eine Hürde, die nicht jede Klinik einzeln nehmen kann.
Open Source. Komponenten unseres Stacks veröffentlichen wir bewusst. Souveräne KI funktioniert nur als geteilte Infrastruktur. Nicht als Black Box.
Cloud für kleine Praxen. Wer kein eigenes Rechenzentrum hat, soll trotzdem souveräne KI nutzen können. Wir hosten. In Deutschland.
Souverän heißt geteilt
Souveränität in der medizinischen KI heißt nicht, dass jede Klinik allein in ihrem eigenen Server ein eigenes Modell betreiben muss. Souveränität heißt, dass Daten, Modelle und Infrastruktur in europäischer Hand bleiben. Geteilt. Auditierbar. Klinisch validiert.
Genau das bauen wir gerade. Und genau dafür gibt es uns. Alle arbeiten gemeinsam an der Verbesserung einer KI, die uns allen im klinischen Alltag hilft.
Mehr dazu
- Heise Deep-Dive (24.04.2026): Kliniken entwickeln eigene Sprachmodelle
- Heise Digital-Health-Podcast: UKE-Ausgründung entwickelt KI-Sprachmodell für Kliniken
- ORPHEUS: Unsere Spracherkennung im Detail
- ARGO: Klinisches LLM für Arztbriefe
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